FibraTech
Landwirtschaft und Industrie durch eine bislang wenig genutzte lokale Ressource miteinander verbinden.
Die Verwertung von Hanfstroh eröffnet neue Perspektiven, um Landwirtschaft und Industrie auf regionaler Ebene miteinander zu verbinden.
Das Projekt FibraTech verfolgt das Ziel, eine an die lokalen Gegebenheiten angepasste Defibrierungslösung zu entwickeln. Dazu wird eine einfache, modulare und zugängliche Maschine konzipiert.
Ziel ist es, Hanfstroh in verwertbare Materialien für verschiedene Anwendungen umzuwandeln und gleichzeitig eine direkte Verbindung zwischen landwirtschaftlichen Produzenten und industriellen Abnehmern zu schaffen.
Die ersten Arbeiten haben dazu beigetragen, das Verhalten von Hanfstroh besser zu verstehen und die entscheidenden Schritte des Verarbeitungsprozesses zu identifizieren, insbesondere das Zerkleinern, Sortieren und Kardieren.
Verschiedene Versuche – von handwerklichen Ansätzen bis hin zu mechanischen Tests – haben die Machbarkeit der Trennung von Hanffaser und Schäben bestätigt und gleichzeitig die Parameter aufgezeigt, die für eine Verbesserung der Qualität des Endprodukts optimiert werden müssen.
Das Projekt führte zudem zur Entwicklung erster Prototypen von Defibrierungseinheiten. Der gewählte Low-Tech-Ansatz mit modularer Weiterentwicklung schafft die Grundlage für eine schrittweise Skalierung der Technologie.
FibraTech trägt zum Aufbau einer neuen regionalen Wertschöpfungskette rund um Hanf bei und schafft Mehrwert auf mehreren Ebenen:
- Nutzung einer bislang wenig ausgeschöpften Biomasseressource
- Verringerung der Abhängigkeit von importierten Materialien
- Schaffung neuer Perspektiven für landwirtschaftliche Betriebe
- Entwicklung nachhaltiger Materialien mit geringer CO₂-Bilanz
Langfristig strebt das Projekt die Verarbeitung mehrerer hundert Tonnen Hanfstroh pro Jahr an und eröffnet neue Anwendungsmöglichkeiten in Bereichen wie Bauwesen, Textilien und Verbundwerkstoffe.
FungiCycle AI
Technologie und Verwertung verbinden, um eine widerstandsfähigere Pilzbranche aufzubauen.
Instabile Erträge und Produktionsüberschüsse sind eng miteinander verbunden: Eine bessere Steuerung der Produktion ermöglicht auch eine gezieltere Verwertung von Überschüssen.
Die Produktion von Edelpilzen in der Schweiz verfügt über ein grosses Potenzial, bleibt jedoch anfällig für Schwankungen. Die Erträge sind oft unregelmässig, Überschüsse treten häufig auf, und ein Teil der Produktion wird mangels geeigneter Absatzmöglichkeiten noch immer verschwendet.
Gleichzeitig wächst die Nachfrage nach lokalen, nachhaltigen und pflanzlichen Lebensmittelalternativen, wodurch neue Chancen für innovative Produkte auf Pilzbasis entstehen.
Das Projekt FungiCycle AI verfolgt das Ziel, beide Herausforderungen gleichzeitig anzugehen, indem es technologische Innovation mit Produktentwicklung verbindet.
Einerseits entwickelt es ein Monitoring-System auf Basis von Sensoren und künstlicher Intelligenz, um die Kultivierungsbedingungen besser zu verstehen und die Produktion zu stabilisieren. Andererseits werden Produktionsüberschüsse durch die Entwicklung neuer Lebensmittelprodukte – insbesondere eines Mushroom Jerky – verwertet, um Verluste zu reduzieren und zusätzliche Wertschöpfung zu schaffen.
Die ersten Arbeiten ermöglichten die Entwicklung einer Monitoring-Plattform, die verschiedene Sensortypen integriert und die für die Entwicklung von Vorhersagemodellen erforderlichen Daten erfasst und strukturiert.
Parallel dazu wurden Prototypen pilzbasierter Lebensmittel entwickelt und getestet. Die Ergebnisse bestätigen das Potenzial, Produktionsüberschüsse durch innovative Lebensmittelanwendungen sinnvoll zu verwerten.
Dieser doppelte Ansatz trägt dazu bei, die Produktionsstabilität zu verbessern und gleichzeitig neue Absatzmöglichkeiten zu schaffen, wodurch die nachhaltige Entwicklung der Pilzbranche unterstützt wird.
Lignin: Ein natürlicher und nachhaltiger Wirkstoff für den Pflanzenschutz
Eine natürliche Alternative zu Pflanzenschutzmitteln auf Basis von Biomasseressourcen entwickeln
Lignin wird trotz seines Potenzials für den Pflanzenschutz bislang nur unzureichend genutzt.
Pflanzenkrankheiten stellen eine grosse Herausforderung für die Landwirtschaft dar und können erhebliche Auswirkungen auf Erträge und Ernährungssicherheit haben. Gleichzeitig wächst die Sorge über die Auswirkungen chemischer Pflanzenschutzmittel auf Umwelt, Gesundheit und Biodiversität.
Vor diesem Hintergrund gewinnt die Entwicklung wirksamer und nachhaltiger Biokontrolllösungen zunehmend an Bedeutung. Dennoch stehen diese Alternativen weiterhin vor Herausforderungen hinsichtlich ihrer Wirksamkeit, der regulatorischen Anforderungen und ihrer Akzeptanz in der landwirtschaftlichen Praxis.
Das Projekt Lignin verfolgt das Ziel, die natürlichen Eigenschaften von Lignin – einem bislang weitgehend ungenutzten Bestandteil von Holz – für die Entwicklung eines biologischen Pflanzenschutzmittels nutzbar zu machen.
Aufbauend auf den bisherigen Laborarbeiten konzentriert sich das Projekt auf die Validierung dieser Lösungen unter Praxisbedingungen sowie auf die Entwicklung einer Formulierung, die für den landwirtschaftlichen Einsatz geeignet ist.
Langfristig trägt das Projekt dazu bei, die Abhängigkeit von chemischen Pflanzenschutzmitteln zu verringern, Biomasseressourcen besser zu nutzen und eine nachhaltigere Landwirtschaft im Einklang mit ökologischen und regulatorischen Anforderungen zu fördern.
In den ersten Projektphasen konnte das antifungale Potenzial bestimmter aus Lignin gewonnener Moleküle nachgewiesen werden. Die Laborergebnisse fielen vielversprechend aus.
Alga Digest
Anbau und Nutzung von Mikroalgen optimieren, um hochwertige Inhaltsstoffe für die Lebensmittelindustrie zu entwickeln.
Das Projekt kombiniert die Optimierung der Kultivierung und die Weiterverarbeitung von Mikroalgen, um ihren ernährungsphysiologischen Mehrwert zu steigern.
Mikroalgen gelten aufgrund ihres hohen Gehalts an Proteinen, Aminosäuren und bioaktiven Verbindungen als vielversprechende Quelle funktioneller Inhaltsstoffe für die Ernährung.
Ihr Potenzial wird jedoch noch durch zwei zentrale Herausforderungen begrenzt: Zum einen lassen sich die Kultivierungsverfahren nur schwer auf einen industriellen Massstab optimieren, zum anderen ist die Bioverfügbarkeit der Nährstoffe eingeschränkt, insbesondere aufgrund der widerstandsfähigen Zellwand der Mikroalgen.
Das Projekt verfolgt einen integrierten Ansatz, um sowohl die ernährungsphysiologische Qualität von Mikroalgen als auch deren industrielle Verwertung zu verbessern.
Im Fokus stehen innovative Kultivierungsstrategien, die den Gehalt an wertvollen Inhaltsstoffen wie β-Glucanen erhöhen sollen. Gleichzeitig werden neue Verarbeitungsverfahren entwickelt, um die Nährstoffe für den menschlichen Organismus besser verfügbar zu machen.
Langfristig trägt das Projekt zur Entwicklung nachhaltiger, hochwertiger Lebensmittelzutaten bei und unterstützt gleichzeitig den Aufbau einer regionalen Mikroalgen-Wertschöpfungskette.
Die Arbeiten haben gezeigt, dass spezifische Kultivierungsstrategien – insbesondere unter phosphatlimitierten Bedingungen – das Potenzial haben, die ernährungsphysiologische Zusammensetzung von Mikroalgen zu verbessern.
Parallel dazu wurden innovative Zellaufschlussverfahren getestet, um die Bioverfügbarkeit der Nährstoffe zu erhöhen. Erste Ergebnisse zeigen ein vielversprechendes Potenzial hinsichtlich der Aufnahme von Proteinen und weiteren essenziellen Inhaltsstoffen.
Das Projekt umfasst zudem die Skalierung der Produktion durch Versuche in halboffenen Kultivierungssystemen, um die industrielle Umsetzbarkeit dieser Ansätze zu validieren.
Von der Idee bis zur Markteinführung: Fribourg Agri&Food begleitet die Innovation im Agrar- und Lebensmittelsektor
Begleitung, Prototyping, landwirtschaftliche Versuche, Zugang zu Laboren, Konsumententests: Entdecken Sie die Dienstleistungen und Infrastrukturen zur Unterstützung Ihrer Projekte im Kanton Freiburg
Jahresbericht 2025: Rückblick auf ein Jahr der Agrar- und Lebensmittelinnovation
Von der Idee bis zur Markteinführung: Erfahren Sie, wie Fribourg Agri&Food auch 2025 die Innovation in der Freiburger Agrar- und Ernährungswirtschaft vorangetrieben hat.
Verwertung von Biomasse
Entwicklung neuer Möglichkeiten zur Verwertung Biomassen und Nebenprodukte aus der Landwirtschaft und der Lebensmittelindustrie fördern.
Landwirtschaft & Industrie 4.0
Digitalisierung der Landwirtschaft und der Industrie, um die Produktivität zu optimieren, Kosten zu senken und die Nachhaltigkeit zu verbessern.
Finanzierung
Unterstützungsmechanismen, die spezifisch auf die Schwerpunktthemen zugeschnitten und an unterschiedliche Arten von Bedürfnissen angepasst sind.
Fribourg Agri&Food
Freiburg Agri&Food: Erste Ergebnisse lassen auf eine vielversprechende Zukunft hoffen
Am 28. April trafen sich drei Staatsräte und Mitglieder des Strategieteams zu einer Pressekonferenz, um die ersten Ergebnisse der ehrgeizigen Strategie des Kantons im Bereich der Land- und Ernährungswirtschaft zu enthüllen
Verbrauchertests, Erfolg des ersten Versuchs des Go-to-market
Im Fribourg Agri&Food besteht das theoretische Ziel darin, die Entstehung innovativer Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle im Agrar- und Lebensmittelsektor aktiv zu unterstützen. Wie wird dies konkret umgesetzt?