Gewinner der Innovationsschecks
Entdecken Sie die Gewinner der 1. Ausgabe der Innovationsschecks für die Agrar- und Lebensmittelsektors!
Die Freiburger Agro-Food-Innovation zum Strahlen bringen
Innovation, Nachhaltigkeit und Zusammenarbeit standen im Mittelpunkt der Medienkonferenz von Fribourg Agri&Food, die am Mittwoch an der HEIA-FR die zentralen Akteure des Freiburger Agro-Food-Ökosystems versammelte.
Verbrauchertests und Degustationen: Drei von Fribourg Agri&Food begleitete Unternehmen an der Messe Goûts & Terroirs
Anlässlich der Messe Goûts & Terroirs hat Fribourg Agri&Food drei Freiburger Unternehmen ins Rampenlicht gestellt, die ihre Produkte – und für einige davon auch Produkttests – dem Publikum präsentieren konnten, unterstützt durch unsere Dienstleistungen zur Entwicklung agroalimentarer Projekte.
Geförderte Projekte
Lacto+
Das Projekt Lacto+ entwickelt eine innovative Ernährungszutat, die Milchproteine mit Antioxidantien aus Nebenprodukten kombiniert, um den Herausforderungen in den Bereichen Gesundheit und Nachhaltigkeit gerecht zu werden.
"Die Unterstützung von Fribourg Agri&Food hat es ermöglicht, interdisziplinäre Teams zusammenzubringen, um gemeinsame Aktivitäten zwischen verschiedenen sich ergänzenden Akteuren zu entwickeln."
Molke, ein Nebenprodukt der Käseindustrie, fällt in grossen Mengen an, wird jedoch bislang nur unzureichend für hochwertige Anwendungen genutzt.
Gleichzeitig wächst der Bedarf an gezielter Ernährung, insbesondere für Sportlerinnen und Sportler sowie ältere Menschen, stark. Gefragt sind Lösungen, die zugleich wirksam, natürlich und wissenschaftlich validiert sind.
Das Projekt Lacto+ hat zum Ziel, Molkenproteine durch die Entwicklung funktioneller Inhaltsstoffe aufzuwerten, die spezifische Ernährungsbedürfnisse erfüllen können.
Es basiert auf einem zirkulären Ansatz, bei dem Molkenproteine mit weiteren lokalen Biomassen kombiniert werden, um natürliche, minimal verarbeitete und hochwertige Produkte zu entwickeln.
Langfristig trägt das Projekt dazu bei, die regionale Innovation im Agrar- und Lebensmittelsektor zu stärken, die Abhängigkeit von importierten Zutaten zu verringern und nachhaltige Ernährungslösungen bereitzustellen.
Im Rahmen des Projekts wurden innovative Formulierungen entwickelt, die auf unterschiedliche Zielgruppen zugeschnitten sind.
Lacto+ Sport zielt darauf ab, die Muskelregeneration von Sportlerinnen und Sportlern durch die Kombination von Molkenproteinen mit Antioxidantien aus Nebenprodukten der Teeproduktion zu verbessern. Derzeit laufen klinische Studien, um die Wirksamkeit wissenschaftlich zu belegen und die Positionierung auf dem Markt für Nahrungsergänzungsmittel zu stärken.
Lacto+ Senior richtet sich an die Ernährungsbedürfnisse älterer Menschen. Durch die Integration von Nährstoffen aus lokalen Biomassen, beispielsweise Pilzen, soll dem Verlust von Muskelmasse sowie einem Vitamin-D-Mangel entgegengewirkt werden.
Diese Arbeiten schaffen die Grundlage für die Markteinführung innovativer, regionaler und wissenschaftlich validierter Produkte.
Optimierte Stickstoffdüngung
Landwirtinnen und Landwirte dabei unterstützen, ihre Stickstoffdüngung mithilfe von Daten optimal anzupassen – für eine nachhaltigere Landwirtschaft.
„Die Teilnahme an den systemischen Projekten hat es uns ermöglicht, Praxisversuche durchzuführen und eine neue innovative Technologie zu entwickeln.“
Die Stickstoffdüngung ist entscheidend, um landwirtschaftliche Erträge zu sichern, hat jedoch erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt, insbesondere auf die Biodiversität und die Wasserqualität.
Die heute verfügbaren Methoden zur Anpassung der Stickstoffdüngung werden nur wenig genutzt, da sie häufig komplex, kostspielig oder für Landwirtinnen und Landwirte nur schwer zugänglich sind.
Die Herausforderung besteht darin, eine einfache, zuverlässige und leicht zugängliche Lösung bereitzustellen, mit der sich die Düngergaben auf der Ebene jeder einzelnen Parzelle optimieren lassen.
Das Projekt verfolgt das Ziel, ein Werkzeug zu entwickeln, das den Stickstoffbedarf von Kulturen präzise berechnet. Grundlage dafür sind Felddaten, Bodenanalysen sowie Technologien wie Drohnenaufnahmen.
Dadurch kann die Effizienz der Stickstoffdüngung verbessert, der Einsatz von Betriebsmitteln und deren Umweltauswirkungen reduziert sowie gleichzeitig ein hohes Ertragsniveau aufrechterhalten werden.
Auf mehreren Landwirtschaftsbetrieben wurden Versuche durchgeführt, um verschiedene Düngungsstrategien zu testen und Daten aus neuen Technologien in die Auswertung einzubeziehen.
Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Stickstoffgaben deutlich reduzieren lassen, ohne Ertragseinbussen in Kauf nehmen zu müssen, und dass gleichzeitig die Effizienz der Düngung verbessert werden kann.
Diese Arbeiten ebnen den Weg für die Entwicklung datenbasierter Entscheidungsunterstützungssysteme für eine nachhaltigere Landwirtschaft.
Plasmaseed
Die Qualität von Saatgut ohne chemische Behandlung verbessern, dank Plasmatechnologie für eine nachhaltigere Landwirtschaft.
Das Projekt verfolgt einen präventiven Ansatz im Pflanzenschutz, indem es bereits auf der Ebene des Saatguts ansetzt.
Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zur Behandlung von Saatgut hat erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesundheit der Böden.
Für bestimmte Kulturen wie Soja oder Senf stehen heute nur wenige oder gar keine wirksamen Lösungen zum Schutz des Saatguts zur Verfügung, was zu Ertragseinbussen führen kann.
Die Herausforderung besteht darin, eine leistungsfähige Alternative ohne den Einsatz chemischer Wirkstoffe zu entwickeln, die für unterschiedliche Saatgutarten geeignet ist.
Das Projekt verfolgt das Ziel, eine Plasmatechnologie zur Behandlung von Saatgut zu entwickeln, mit der Krankheitserreger auf der Oberfläche eliminiert werden können, ohne die Keimfähigkeit der Samen zu beeinträchtigen.
Dieser Ansatz trägt dazu bei, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren, die gesundheitliche Qualität des Saatguts zu verbessern und eine nachhaltigere Landwirtschaft zu fördern.
Im Rahmen des Projekts wurde eine Plasma-Behandlungseinheit entwickelt und getestet, die für unterschiedliche Saatgutgrössen geeignet ist.
Die ersten Versuche lieferten vielversprechende Ergebnisse: Die Behandlung konnte verbessert werden, ohne die Keimfähigkeit der Samen zu beeinträchtigen. Damit wurde eine wichtige Grundlage für den Einsatz unter Praxisbedingungen geschaffen.
Für eine optimale Anwendung sind jedoch weitere technische Anpassungen erforderlich, um die Behandlung an die jeweiligen Saatgutarten anzupassen.